Sonntag, 18. Mai 2014

As long as we're together, there's no place I'd rather be

If you gave me a chance I would take it
It's a shot in the dark but I'll make it
Know with all your heart, you can't shame me
When I am with you, there's no place I'd rather be
                                                                     - Clean Bandit (feat. Jess Glynne) "Rather be"

Dieses Lied ist das erste, das mich durch das Autoradio auf meinem Weg vom Flughafen Leipzig/Halle nach Hause begrüßt hatte. Mein Plan ist nämlich aufgegangen und die Musik aus den deutschen Radios hatte tatsächlich so einige Neulinge für mich parat. Und wie das so ist, erinnern Lieder immer so wunderschön an bestimmte Momente, Gefühle und Situationen. Wenn jetzt also "Hero" von Family of the Year läuft, dann denke ich an unsere Küche und Balkon in Leipzig mit den wenigen Sonnenstrahlen, die ich in den letzten anderthalb Wochen auf Heimaturlaub erleben durfte.
Und "Rather be" erinnert an die Vormittage, Mittage und Nachmittage in der Stadt mit misslungenen und gelungenen Shopping-Versuchen und Café-Besuchen mit meinen lieben Mädels. Es war schön, noch einmal zu Hause gewesen sein und jetzt hier, zurück in Cluj, auf der Zielgeraden angekommen zu sein und mit ganz viel rumänischer Sonne empfangen zu werden.
Ich bin also gut wieder angekommen, auch wenn es bei der Einreise ein kleines Problemchen gab, das sich hoffentlich in den nächsten Tagen und Wochen klären wird. Bürokratie ist schon was Feines.
Morgen geht es dann wieder arbeiten. Bin schon gespannt, was sich meine Kinder überlegt haben, um mich sofort wieder in den Arbeitsalltag einzuführen. Bestimmt nichts Gutes ;)

Montag, 5. Mai 2014

"Eine wie Alaska" in Bukarest

"Pummel." Sie schüttelte den Kopf, dann trank sie noch einen Schlucke Kaffee mit Schuss. "Pummel, was du noch begreifen musst, ist, dass ich ein von Grund auf unglücklicher Mensch bin."                                                                                                                                                                                       -John Green "Eine wie Alaska"

Da auch in Rumänien viel gearbeitet wird, wird auch hier der erste Mai als Feiertag zelebriert. Für Dorle, Max und mich hieß das, die Gelegenheit eines langen Wochenendes zu ergreifen und sich mit dem Fernbus auf die achteinhalb Stunden lange Reise nach Bukarest machen. Es ging direkt am Mittwochabend los und so kamen wir in der Frühe um kurz nach vier Uhr in der rumänischen Hauptstadt an. Mit zwei Millionen Einwohnern weist die Stadt zwar eine beachtliche Größe auf, dennoch fahren die U-Bahnen erst ab fünf und so mussten wir drei in einem Park neben der Metrostation noch eine knappe Stunde ausharren, ehe wir uns auf den Weg in unsere Unterkunft am anderen Ende der Stadt aufmachen konnten. Gegen halb sieben hat uns dann Caro, ebenfalls eine Freiwillige, in ihrer Wohnung aufgenommen. Da wir die Nacht über nicht wirklich viel geschlafen hatten, haben wir uns dann erst noch einmal für drei Stunden schlafen gelegt, bis es dann los ging die Stadt zu erkunden.

"Dein ganzes Leben steckst du in dem Labyrinth fest und denkst daran, wie du ihm eines Tages entfliehst, und wie geil dann alles wird, und die Vorstellung von dieser Zukunft hält dich am Laufen, aber am Ende tust du es nie. Du hast die Zukunft einfach nur benutzt, um aus der Gegenwart zu fliehen."
                                                                                            - John Green "Eine wie Alaska"

Bukarest ist vielleicht nicht eine der schönsten europäischen Hauptstädte, dennoch gibt es auch hier einen ganz eigenen Charme, der zwischen sozialistischen Wohnblöcken, weitläufigen Parklagen und einer kleinen, aber schönen und lebendigen Altstadt zu finden ist. Ich habe diesen von mir so geliebten Großstadtflair mit jedem Atemzug aufgenommen, bis er in jede meiner Körperzellen eingedrungen ist. Und das macht müde, extrem müde. Gerade, wenn man die letzte Nacht kaum ein Auge zugemacht hatte. Und so ging es für uns bei Zeiten zurück in unser Quartier, wo wir gleich noch eine kleine Führung bekamen, weil die Müdigkeit plötzlich wie weggeblasen war. Caro und ihr Mitfreiwilliger Sascha arbeiten am Rand von Bukarest in einer Einrichtung für behinderte Menschen. Das Gelände ist riesig und so gibt es dort immer was zu tun und ganz viel Platz. Während unseres Aufenthaltes waren wir daher auch nicht allein. Zur Zeit sind vierzig Schüler einer deutschen Walddorfschule mit ihren Lehrern dort untergebracht, die für einen Monat das Gelände in Ordnung bringen. Ähnlich der Sache, die ich mit unserer Schule nach den Abiturprüfungen und vor der Notenbekanntgabe gemacht habe. Und da Neuntklässer ja doch recht früh ins Bett gehören, konnten wir am Abend mit ihren Lehrern über Wein, Palinka und Zuika diskutieren. Wenn ihr wüsstet, was offenbar unter den Lehrern in ihren Lehrerzimmern so abgeht :D

Wir können die schlimmsten Dinge überstehen, denn wir sind unzerstörbar, solange wir daran glauben. Erwachsene sagen mit diesem spöttischen Lächeln: “Teenager halten sich für unbesiegbar.” Sie wissen gar nicht, wie Recht sie damit haben. Wir halten uns für uns für unbesiegbar, weil wir es sind. Wir können nicht unwiederbringlich gebrochen werden, und deshalb müssen wir nie verzweifeln. Wir können nicht erzeugt und nicht vernichtet werden. Wie alle Energie wandeln wir uns nur in Gestalt und Größe und Erscheinungsform.                                          
                                                                                           - John Green "Eine wie Alaska"

Der nächste Morgen begann nach einer weiteren kurzen Nacht wieder viel zu früh. Um acht musste der Bus, mal wieder am anderen Ende der Stadt, nach Potlogi, Dorles alter Einsatzstelle, genommen werden. In dem etwa 65 km entfernten Dorf scheinen die Glocken noch etwas anders zu läuten als in der großen Stadt. Hektik, schlechte Luft, Gedrängel und Krach sind hier vergeblich zu suchen. Stattdessen gab es Kindergeschrei, Hundegebell und Pferdehufe zu hören; Mist, gegrilltes Fleisch und Blütenduft zu riechen; das Strahlen der Sonne, Hundefell und Grasstängel auf der Haut zu fühlen. Es war interessant, das rumänische Dorfleben am anderen Ende des Landes zu erleben, unterscheidet es sich doch in gewisser Weise ziemlich von dem hier in Mera.
Am Nachmittag ging es dann zurück nach Bukarest, wo wir erst bei Josi, einer weiteren Freiwilligen in der Hauptstadt, gekocht haben, ehe es dann das örtliche Nachtleben in der Altstadt zu erkunden ging.

"Kennst du das? Manchmal, wenn du Nachts draußen bist, kriegst du Panik, auch wenn es total albern und peinlich ist, aber du willst einfach nur nach Hause rennen?" Irgendwie war mir das viel zu intim und persönlich, als dass man mit einer praktisch Fremden darüber sprechen konnte, doch ich sagte: "Ja, total." Sie schwieg einen Moment, dann packte sie meine Hand und flüsterte: "Lauf, lauf, lauf, lauf, lauf." Und sie stürzte los und riss mich mit.
                                                                                            - John Green "Eine wie Alaska"

Der Samstag sollte wieder in der Stadt verbracht werden. Nachdem am Morgen laaaaange ausgeschlafen wurde, machten wir uns schon fast gegen Mittag los, die letzten Sehenswürdigkeiten abklappern. Danach haben wir uns noch in einen der großen, schönen bukarester Parks begeben, uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Am Abend ging es schön Pizzaessen, danach den Abend mit den Lehrern und Skat spielen (ich kann es jetzt - so fast!) ausklingen lassen.

"Nie hatte ich mich so cool gefühlt wie jetzt, zu fünft im Gänsemarsch. Das große Vielleicht war über uns und wir waren unbesiegbar. Der Plan hatte Schwächen, wir aber nicht."
                                                                                            - John Green "Eine wie Alaska"

Am Sonntag haben wir uns dann wieder auf den Weg nach Cluj gemacht. Der Bus war voll, warm und stickig. Und Dorle hatte da dieses Buch bei sich liegen. Ungarischvokabeln wollten einfach nicht in meinem Kopf hängen bleiben, den Brief an Anna hatte ich schon fertig und Cacaus Biografie wollte ich mir für den Heimflug am Mittwoch aufheben. Und so schnappte ich mir Dorles Buch, las die erste Seite, war gefesselt und bin die ganze Busfahrt gar nicht mehr davon weggekommen. Jedenfalls bin ich jetzt verliebt. Verliebt in ein Buch, dass es vermag einen glücklich, melancholisch, nachdenklich, bestürzt, zu tiefst betroffen und zufrieden zu machen, in ein und denselben Moment.

"Manchmal verstehe ich dich nicht", sagte ich. Sie sah mich nicht einmal an. Sie lächelte einfach in Richtung Fernseher und sagte: "Du wirst mich nie verstehen. Das ist es ja."
                                                                                            - John Green "Eine wie Alaska"

Blick auf den Palast in Bukarest
Der Palast in seiner vollen Größe
Einer der vielen Parks
Der Palast von der anderen Seite und bei Nacht
Dorle und Max in der Altstadt

 Mit superschönen Sommerwetter und tollen Leuten waren die vier Tage in Bukarest echt richtig schön und "Eine wie Alaska" hat die Rückfahrt, die sonst sinnlos verbrachte Stunden gewesen wären, zu wertvoller Lebenszeit gemacht. Am Mittwoch geht es dann nach Deutschland, hoffentlich wieder mit schönem Wetter, denn das schöne Wetter ist mit dem Wochenende pünklich zum Sonntagabend hier verschwunden. Eigentlich hätte ich meine Zeit sinnvoller nutzen sollen, als diesen Blogeintrag zu schreiben, denn es gibt noch einiges zu packen und aufzuräumen. Dennoch gibt es noch ein letztes Alaskazitat für euch.

Sie sah mich an und lächelte breit, so breit, dass das Grinsen auf ihrem schmalen Gesicht vielleicht lächerlich ausgesehen hätte, wäre da nicht das unantastbar vornehme Grün ihrer Augen. Strahlend wie ein Kind unter dem Weihnachtsbaum sagte sie: "Ihr raucht zum Spaß, ich rauche, um zu sterben."
                                                                                            - John Green "Eine wie Alaska"

Samstag, 26. April 2014

Mit Inken und Luisa Ostereier suchen

Letzte Woche gab es Besuch aus der Heimat! Inken und Luisa haben sich doch tatsächlich auf den weiten Weg gemacht und sind mich hier in Cluj besuchen gekommen. Doch die beiden sollten nicht die einzigen sein, die während Ostern über uns Cluj-Freiwillige hergefallen sind. Auch Felix und Tim sowie Jule sind Karfreitag hier angekommen und so konnte der erste Abend in einer recht großen Gruppe mit Bar-Hopping verbracht werden. Den Samstag haben wir größtenteils im Botanischen Garten vebracht und Ostersonntag ging es dann in einen deutschen Gottesdienst und anschließend zu einem gemeinsamen Picknick.
Am Montag haben Lulu, Inki und ich uns gemeinsam mit Kathrin, ihrem Nachfolger, der gerade auf Projektreise hier war, Dorle und Max eine kleine Wanderung nach Feleacu unternommen. Es gab einen wunderschönen Panoramablick auf Cluj und einer sehr bunte orthodoxe Kirche zu besichtigen. Zurück wurde dann getrampt und im Bulgakov gegessen.
Dienstag hieß es für mich wieder arbeiten, auch wenn die Kinder noch Ferien hatten und es eigentlich nichts zu tun gab. Mittwoch waren meine beiden Mädels dann mit auf Arbeit und anschließend ging es zum Kreuz hoch (in einer mittlerweile schon wieder anders zusammengewürfelten Gruppe) bis die Sonne untergegangen war. Donnerstag wurde dann gemeinsam zu dritt noch ein schöner Mädelsabend verbracht, bis die beiden dann um 4:15 ins Taxi gestiegen sind und sich Richtung Flughafen und auf den Heimweg gemacht haben.
Es war eine wunderschöne Woche und richtig schön den beiden zeigen zu können, wie ich das letzte fast dreiviertel Jahr hier so verbracht habe.
Botanischer Garten

Auf dem Weg nach Feleacu
Kurze Pause
Posing vorm Panoramablick auf Cluj
Kathrin und ich
Lulu und Inken oben beim Kreuz

Mittwoch, 16. April 2014

Dann meinen sie damit "jetzt"

Ich berühre das Gras nur um zu prüfen, ob ich was spür'
Und ob ich noch lebe, noch fühle wie früher
Ob das noch da ist
Die Sonne färbt sich langsam rot
Komisch, gerade noch dacht' ich doch, sie stand ganz oben
Wie die Tage vergeh'n
                                                                  - Die Orsons (Jetzt)
So, Freunde der Volksmusik, ich melde mich mal wieder aus dem fernen Rumänien. So sehr viel gibt es zwar nicht zu berichten, aber Donnerstagnacht kommt Besuch aus der Heimat und da wird es erstmal nicht viel Zeit geben, um sich via Blog zu melden. Eigentlich hatte ich mir am Anfang vorgenommen mich regelmäßiger zu melden, aber wie alle Freiwilligen habe ich erkannt, dass man dann irgendwie vor Ort gar nicht so wirklich dazu kommt. 
Nachdem meine Eltern am Samstag gefahren waren, ging es für mich mit meiner Mentorin erstmal Kaffee trinken und danach mit den anderen gemeinsam auf ein Bier. Jetzt kenne ich die kleinste Bar in Cluj, in der es irgendwelche Shots gibt, die ich einfach mal als Gurkenwasser mit Alkohol bezeichne. Jap, richtig gehört. Auf dem Glas liegt ein Spieß mit einer sauren Gurke und dann trinkt man den Alkohol, der tatsächlich wie Gurkenwasser riecht und schmeckt, nur im Abgang etwas alkoholische Schärfe aufweist. 
Letzte Woche war ziemlich entspannt. Irgendwie waren nur wenige Kinder da und dann wurde die gefühlte Hälfte der Arbeitszeit auch noch damit gefüllt, mit den Kindern die Lieder für das Singen in der Metro einzuüben. Und dann war Freitag der große Tag und ich durfte von 16.00 bis 20.00 Uhr im Laden stehen und singen. Am Samstag ging es dann für mich recht früh raus, weil ich beschlossen hatte, Dorle und Kathrin nach Sibiu zu folgen, nachdem die beiden bereits Freitagabend dorthin aufgebrochen waren. In Sibiu stieg eine dicke Party, denn es gab einen 20. Geburtstag zu feiern. Und so waren auch gleich recht viele deutsche Freiwillige vor Ort versammelt.

Diese Woche ist auch auf Arbeit ziemlich entspannt, denn es sind Ferien. Gestern habe ich den Tag mit Gipsfiguren bemalen und Perlenfädeln verbracht. Beim Perlenfädeln bin ich übrigens ausgelacht worden. Die Mütter und auch einige der Kinder stellen ja so perlengefädeltes Zeug her. Zu Weihnachten gab es Christbaumkugeln und nun steht Ostern vor der Tür, da werden Perlen um die Ostereier gefädelt. Ich kann hier gar nicht rüberbringen, wie schön das aussieht und was für eine wahnsinns Arbeit das eigentlich ist. Jedenfalls bin ich in solchen feinmotorischen Dingen ja schon eh nicht so übermäßig begabt, aber dann mit der Nadel da durch die Perlen durch und dann immer die Reihenfolge und Methode beachten ist echt schwierig. Wirklich! Und da wurde ich dann eben ausgelacht, dass Andi das als Junge besser kann und ob ich denn überhaupt was könne, außer Fußball spielen :D (Aber wir wissen ja alle, dass ich in jeglichen anderen Disziplinen überdurchschnittlich begabt bin!)

Was gibt es sonst noch zu berichten? Ich habe jetzt, keine vier Monate vor dem Ende meines Freiwilligendienstes, endlich angefangen Ungarischunterricht zu nehmen. Nachdem der Rumänischsprachkurs ja eher weniger gefruchtet hat, werde ich ja vielleicht hier mehr Motivation an den Tag legen. Aber ganz ehrlich, Ungarisch ist ja mal so eine scheißschwierige Sprache!!! Aber es klingt einfach zu süß :)

Mittwoch, 2. April 2014

Eine Woche Mama und Papa

Nach dem Abenteuer Budapest sollte auch gleich die darauffolgende Woche ereignisreich werden, schließlich sind Mama und Papa mit dem Auto gekommen und so konnten wir, so unabhängig wie ich hier noch nie gereist bin, durch die Gegend düsen. Am Montag wurde erstmal ein Ruhetag eingelegt, schließlich lag eine doch nicht allzu kurze Reise hinter uns dreien. So ging es für mich auf Arbeit und meine Erzeuger durften sich die Stadt anschauen. Doch schon der Dienstag wurde für eine Reise genutzt. Auch wenn auf der Karte die umliegenden Städte scheinbar in der Nähe liegen, muss man in der Praxis dann doch eher weitere Strecken zurücklegen. So ging es recht früh auf nach Bistritz, wo es eine wunderschöne evangelische Kirche aus dem 15. Jahrhundert zu besichtigen gibt. Leider war diese aber geschlossen und so ging es nach einem kleinen Spaziergang in der 75.000 Einwohner Stadt weiter nach Reghin und von dort dann auf zurück nach Cluj.
Am Mittwoch haben Mama und Papa dann meine Arbeitsstelle besucht und am Donnerstag ging es wieder auf Reisen. Diesmal sollte es südöstlich von Cluj gehen. Der erste Zwischenstopp erfolgte in Târgu Mureș, der "ungarischen Hauptstadt" von Rumänien. Hier gibt es eine Orthodoxe Kathedrale, eine Reformierte Kirche sowie den Kulturpalast zu besichtigen. Von dort ging es für uns dann weiter nach Sighișoara. Dort steht nämlich eine der schönsten Kirchenburgen Siebenbürgens, außerdem ist die Stadt auf einem Hügel erbaut und bietet mit ihren schönen Häusern und den weiten Blicken in die Unterstadt jede Menge zu bestaunen. Kein Wunder, dass das historische Zentrum 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt worden ist. Von Schäßburg ging es dann über Biertan (mit einer weiteren Kirchenburg, die aber gerade renoviert wurde) nach Mediaș. Hier mussten wir leider ein weiteres Mal eine geschlossene Kirche vorfinden, doch war das Kirchenkastell auch ohne Zutritt zur Margaretenkirche sehenswert. 
Am Freitag sollte die Fahrt nicht ganz so weit gehen, schließlich haben Mama und Papa ja am Samstag noch lange genug im Auto zu sitzen. Und so ging es auf nach Turda durch die Cheile Turzii wandern. Für mich war es schön die Klamm, in einer anderen Jahreszeit und ohne die ganzen Menschenmassen vor Ort, wiederzusehen. Und natürlich wurde auch wieder der längere Weg oben, entlang der Steilwände, gewählt, um zum Auto zurückzukehren.
Am Samstag hieß es dann Abschied nehmen. Diesmal allerdings ohne jegliche Tränen und Trara, bin ich doch bald wieder in der Heimat. War schon komisch, Mama und Papa schon die ersten Wintersachen mitzugeben. Es liegen noch vier Monate vor mir und dennoch fühlt es sich an, als würde ich geradewegs auf die Zielgerade und das Ende meines DJiAs zusteuern.

Die "Kornmarktzeile" in Bistritz
Die evangelische Kirche in Bistritz

Mama vor irgendeiner Kirchenburg, die unbedingt angesehen werden musste. Wie das Dörflein auch immer heißen mag....

Târgu Mureș
Sighișoara
Stundturm in Sighișoara
Mediaș
Jetzt ist erstmal wieder Alltag eingekehrt hier in Rumänien. So habe ich gestern gelernt, dass man sich keine handvoll Pommes auf einmal in den Mund stecken sollte und mit der anderen Hand Majo hinterher kippen. Und auf Arbeit sind die Läuse los! Zudem singen wir wieder ganz fleißig, denn in zwei Wochen geht es wieder in die Metro. Ich habe zwar keine Ahnung, was genau da gesungen wird, aber sicherlich werde ich im Mai jedem der es hören möchte (oder auch nicht) ein Ständchen auf ungarisch singen können. In diesem Sinne, macht es gut!!!

Montag, 24. März 2014

One day, baby, we'll be old

Letzte Woche hieß es für mich auf nach BUDAPEST im Rahmen einer Study Session von Phiren Amenca! Unter dem Thema 'Beyond Roma and Diversity: Phiren Amenca Study Session on Gender, Multiple Discrimination and Intersectionality' haben wir eine Woche lang Erfahrungen ausgetauscht, diskutiert und viel gelernt. Und natürlich hatten wir auch Zeit die ungarische Hauptstadt zu erkunden oder die Nächte in diversen Clubs, Bars oder einfach auf ein Bier im Hotel zu verbringen.
Los ging es für Robin und mich am Sonntag hier in Cluj, auf mit dem Zug direkt nach Budapest. Da  alle eine lange und ermüdente Reise hinter sich hatten, ging es dann schon recht früh ins Bett. Aber schon am nächsten Tag haben wir Zeit gefunden ein wenig durch die Stadt zu laufen, die wirklich wunderschön ist und mir so verdammt westeuropäisch vorkam, im Gegensatz zu meinem derzeitigen Aufenthaltsort. Der Montag und Dienstag war voll mit verschiedenen Seminareinheiten rund um die Themen Diskriminierung von Roma, Homosexualität und Gender. Da kam dann der freie Nachmittag am Mittwoch ganz gelegen, um sich in der großen Gruppe auf durch die Stadt zu machen. Zuerst ging es am Parlament vorbei hinauf zur Fischerbastei, dann über die Kettenbrücke in Richtung Innenstadt und zum Heldenplatz. Danach ging es dann zu siebzehnt Shisha rauchen. Immer mit dabei war eine Gitarre und so haben wir bei jeder Gelegenheit als riesige Gruppe gespielt, gesungen und getanzt, was uns jede Menge verstörte Blicke eingebracht hat (besonders in der Straßenbahn). Am Abend ging es dann noch feiern, wo ich dann nach bereits drei getätigten Fahrten in den öffentlichen Verkehrsmitteln endlich mal ein Ticket gelöst habe. Sowas macht man nämlich als echter Budapester einfach nicht, haben wir gelernt. Donnerstag und Freitag waren wieder voll mit veschiedensten Referaten und Präsentationen und so ging es eigentlich total übermüdet am letzten gemeinsamen Abend in Budapest noch auf ein kleines Konzert. Es gab Freiwein für alle und wieder wurde jede Menge getanzt. 
Das Parlamentsgebäude
Ein schwimmender Bus.
Blick von der Fischerbastei hinüber auf die Pester-Seite.

Kettenbrücke.
Heldenplatz.
Blick von unserem Hotel aus auf das Parlament.
Nocheinmal Parlament.
Oben bei der Fischerbastei.
Der Frühling ist auch in Budapest schon da!
Blick von Pest hinüber auf die Buda-Seite
 
Und so wurde der am Samstag fällige Abschied für alle nach dieser ereignisreichen Woche unheimlich schwer. Doch für mich war das Abenteuer Budapest noch einen Tag länger, denn gegen Mittag sind Mama und Papa angekommen. Und so ging es nach einem gemeinsamen Mittagessen für Mama und mich shoppen, während Papa die Fischerbastei ansehen wollte. Wie groß Budapest ist, haben Mami und ich dann auch recht schnell entdeckt, als wir einfach das Hotel nicht wiederfinden wollten auf dem Rückweg. Ich, total fertig von dem wenigen Schlaf der letzten Woche, und meine Eltern, von der langen Fahrt geschafft, haben uns dann am Abend recht zeitig zurück ins Hotel begeben und geschlafen. Am Sonntagmorgen ging es dann noch ein bisschen durch einen Park in Budapest spazieren, bevor es dann nochmal die doch recht weite Strecke von Budapest nach Cluj zu bewerkstelligen galt. Leider hatte ich immer noch nicht ausreichend Schlaf nachgeholt und so habe ich Papa schon recht zeitig wieder an das Steuer von seinem Auto gelassen und lieber auf dem Beifahrersitz geschlafen, schließlich musste ich heute ja wieder auf Arbeit.
Morgen habe ich frei und so werde ich mit Mama und Papa einen schönen Ausflug machen, schließlich haben die beiden heute schon alle Sehenswürdigkeiten vor Ort erkundschaftet. Es wird also die nächsten Tage viel zu erleben und neuen Stoff für den Blog geben.
Unter diesem Motto also:
One day, baby, we'll be old
Oh baby, we'll be old
And think of all the stories that we could have told

Samstag, 15. März 2014

Vielleicht lieber morgen

"Sam, glaubst du, die Leute würden noch mit einem reden, wenn sie wüssten, wie verrückt man wirklich ist?"
"Klar. Ständig."
                                                                                       - Charlie und Sam in 'Vielleicht lieber morgen'

Papa meckert schon wieder, also folgt heute ein neuer Blogeintrag. Die letzte Woche hat uns Freiwillige vor eine besondere Aufgabe gestellt, weil unsere Kollegen auf Fortbildung waren. Nur Iza, die als Pädagogin in der Kindergartengruppe arbeitet, war noch da und so sind wir vier Freiwillige dann fast ganz alleine mit den Kindern gewesen. Da es aufgrund unserer mangelhaften Ungarisch- und Rumänischkenntnisse nahezu unmöglich ist mit den Kindern Hausaufgaben zu machen, sind sie dann nur nach der Schule zum Essen gekommen und wir konnten sie dann wieder Heim schicken. Offenbar wussten die Kinder ganz genau wie schwer sie zu händeln sind und haben sich die letzten fünf Tage extra für uns gut benommen und so hat es sogar richtig viel Spaß gemacht. Ansonsten wurden wir letzte Woche bei Inge zum Essen eingeladen. Es gab leckere selbstgemachte Spätzle und traumhaft süßen Kuchen. 
Am letzten Wochenende war Besuch aus Sibiu da. Und so haben wir Cluj-Freiwilligen gemeinsam mit Lydia die Sonne genossen, indem wir zuerst durch die Second-Hand Läden geschlendert sind und danach auf einen der vielen Hügel spaziert sind, um die ersten Pigmente zu erhaschen.

Ab morgen geht es dann für mich gemeinsam mit Robin nach Budapest auf Seminar, wo mich dann hoffentlich den Samstag darauf Mama und Papa einsammeln werden und es dann gemeinsam zurück nach Cluj gehen wird.